Prächtige Barockfanfaren, fetzige Rockrhythmen


Musikverein Frischauf Grab präsentierte bei Kirchenkonzert Mischung aus klassischen und modernen Klängen

Großerlach (eke). Eine gelungene Mischung aus klassischen und modernen Werken präsentierte die aktive Kapelle des Musikvereins Frischauf Grab beim Kirchenkonzert in der evangelischen Kirche in Grab. Es war der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres zum 50. Geburtstag des Musikvereins und hätte mehr Zuhörer verdient gehabt.

Unter der Leitung von Susanne Scherhaufer legten sich die Musiker mächtig ins Zeug. Dank intensiver Probenarbeit und großer Spielfreude, sicherem Gespür für Harmonie und Rhythmus sowie präziser Intonation meisterten sie mit Bravour das anspruchsvolle Programm. Höhepunkt war die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, aus der die Ouvertüre und der 4. Satz „La Rejouissance” erklangen. Die Kapelle brachte den pompösen Charakter der Ouvertüre ebenso gut zum Ausdruck wie die fröhlich wirkende Militärmusik in „La Rejouissance” mit Trompetenfanfaren und Reitermarschmelodien. Souverän gestalteten die Musiker die vielfältige Melodik und die beschwingte Rhythmik, sodass sich die barocke Klangpracht in voller Schönheit im Kirchenraum entfaltete.

Einige Musiker zeigten ihr Können als Solisten in André Wagneins Concertino, einem Stück, in dem sich traditionelle und moderne Stilelemente zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügten. Klarinettistin Stephanie Kübler gestaltete mit viel Feingefühl ihren Solopart im meditativen, etwas melancholisch wirkenden Andante. Darin gingen atmosphärisch schwebende Klänge ineinander über wie zarte Farbnuancen in einem Aquarell. Im optimistischen, rhythmisch akzentuierten Allegro gaben Roland Lerch und Thorsten Hirsch mit ihren Tenorhörnern klangschön die Melodie vor. In beiden Sätzen wirkten die Musiker der Kapelle und die Solisten harmonisch und exakt zusammen.

Der Musikverein bei Konzert

Ein großer Hörgenuss war die mitreißende sinfonische Rockouvertüre „Stockholm Waterfestival” von Luigi di Ghisallo. Obwohl das Stück mit allerlei spieltechnischen Schwierigkeiten gespickt war, spürten die Zuhörer, wie viel Spaß den Musikern der musikalische Spaziergang durch die Hauptstadt Schwedens machte. In rockig-fetzigen Passagen wie beim Auftritt eines Gospelchors mit Rockbegleitung zeigten die Schlagzeuger, was sie drauf haben. In idyllischen und melodischen Klängen beschrieb die Kapelle den Gang durch die Altstadt mit ihren prächtigen Häusern und Springbrunnen. Ein schmissig dargebotener Militärmarsch gab einen akustischen Eindruck von der Wachablösung vor dem königlichen Schloss. Und zum Abschluss rockte das ganze Ensemble und versetzte das Publikum in Partystimmung, die beim Besuch im Vergnügungspark Gröna Lunds Tivoli herrschte.

Gefühlvoll und mit flotter Perkussion unterlegt präsentierte die Kapelle den stimmungsvollen Song „The Rose”, den Amanda McBroom für den gleichnamigen Film schrieb. Klangschön und melodisch boten die Musiker das gedankenvolle Abschiedslied „Remember me” von Pavel Stanek dar. Mit rhythmischem Applaus dankten die Zuhörer den Musikern für die qualitätvollen Darbietungen. So kamen sie noch in den Genuss von zwei Zugaben. Einfühlsam spielte die Kapelle den verträumten 2. Satz Adagio Cantabile aus der berühmten Sonate Opus 13 Nr. 8 in c-Moll „Pathétique” von Ludwig van Beethoven, und als kleinen Vorgeschmack auf die herannahende Adventszeit die jubilierende französische Weise „Gloria in excelsis deo”.

Auszug aus der Murrhardter Zeitung vom 14.November 2012 (Bericht und Bilder: Elisabeth Klaper)




15.11.2012 durch webmaster
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