Musiker überzeugten in allen Stilrichtungen

Jugendgruppe und Aktive Kapelle des Musikvereins „Frischauf“ Grab boten Programm von Klassik bis Rock

Großerlach (eke). Musik für fast jeden Geschmack konnten die vielen Zuhörer beim Jahreskonzert des Musikvereins „Frischauf“ Grab in der Schwalbenflughalle genießen. Denn die jugendlichen und erwachsenen Musiker präsentierten ein breit gefächertes Klang- und Rhythmus-Spektrum von Klassik bis Rock und überzeugten in allen Stilrichtungen mit hoher Qualität.

Aufhorchen ließ die kleine, aber feine Jugendgruppe, die Monika Nordheim leitet und die Keimzelle für eine neue Jugendkapelle bildet. Sie besteht aus einer Handvoll Jugendlicher und junger Erwachsener, die erst seit kurzem ein Instrument spielen und sich seit Januar auf das Konzert vorbereitet haben. Mit großer Spielfreude, exakt und harmonisch boten die Nachwuchsmusiker einige beschwingte Stücke aus der Reihe „Band Time“ des Niederländers Jacob de Haan dar, die von angloamerikanischer Folklore, Early Jazz und Rock inspiriert waren.

Unsere Jugendgruppe

Großen Eindruck machte die von Susanne Scherhaufer geleitete Aktive Kapelle, die sich musikalisch beachtlich weiterentwickelt und gesteigert hat. Die Musiker zeigten mit klangschönen Interpretationen von zum Teil sehr schwierigen Kompositionen großes Können und hohes spielerisches Niveau. Voller Schwung und Optimismus brachten sie die Zuhörer gleich zu Beginn in gute Stimmung mit „Friends of Freedom“ des Belgiers Karel Deseure. Dieses Werk passt unbeabsichtigt genau zur aktuellen weltpolitischen Situation. Denn darin kommt in fanfarenartigen Klängen etwas von dem Hochgefühl zum Ausdruck, das derzeit die Menschen in verschiedenen arabischen Staaten beflügelt, sich gegen ihre Machthaber zu erheben.

Ein großer Hörgenuss war Adagio Cantabile, der für Blasorchester bearbeitete 2. Satz der Klaviersonate Nr. 8 in c-Moll Opus 13 (Pathétique) von Ludwig van Beethoven. Dabei brachte die Kapelle mit einfühlsamer Intonation die verträumte, liedhafte Melodie schön zur Geltung. Schmissig und melodisch zugleich erklang der Bergmannsmarsch von Wolfgang Wössner mit vielen schwierig zu spielenden Verzierungen und mehrfachen Taktwechseln. Ihre Vielseitigkeit bewiesen die Musiker bei „Music“ von John Miles mit scharfem Kontrast zwischen einer idyllischen Melodie und harten Rock-Rhythmen. Eine echte Herausforderung für die Kapelle war der temperamentvolle, vor Lebensfreude sprühende Tanz der Chabad Chassidim, einer in Lubawitsch (Westrussland) entstandenen Gruppierung im orthodoxen Judentum, den Armonia Serrano für Blasorchester bearbeitete. Mit Bravour meisterten die Musiker die fremdartigen, ekstatischen Harmonien und Rhythmen sowie einige kurze Solopartien.

Drei englische Volksweisen verschiedenen Charakters erklangen in „Three Ayres from Gloucester“ (Hugh M. Stuart). Höfische Eleganz strahlte die erste Melodie aus, die von einem hohen Adeligen erzählt. Die zweite, andächtig wie ein Choral, beschrieb die Kathedrale von Gloucester in der Abendstimmung. Und die dritte war ein lustiger Bauerntanz mit schnellen Bewegungen. Ein Schmankerl für die Freunde traditioneller Blasmusik war die schwungvolle Sivická-Polka von Antonin Zvacek, dem „König der mährischen Polka“: Dabei spielten die Musiker im typischen böhmisch-mährischen Sound, und das kam beim Publikum an. Feierlich und würdevoll war das ursprünglich für 4 Tuben geschriebene Sakralwerk „Benediction” (John Stevens). Die Zuhörer waren vom Gehörten so begeistert, dass sie mit rhythmischem Klatschen noch zwei Zugaben erbaten, darunter das rockige „September“ der Gruppe Earth, Wind and Fire.

Die Aktiven

Außerdem gab es Ehrungen von Musikern und Fördermitgliedern. Musikerin Sonja Lenz, seit 2010 stellvertretende Kreisverbandsjugendleiterin, verlieh Eugen Hanselmann im Namen des Blasmusikverbands Baden-Württemberg für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement und vorbildliche Tätigkeit zur Förderung der Blasmusik die Förderermedaille in Gold. Weiter zeichnete sie ihre Schwester Bianca Lenz mit dem silbernen Leistungsabzeichen für den erfolgreich bestandenen D2-Lehrgang aus, und Iris König, die seit 10 Jahren in der Kapelle mitspielt, mit der silbernen Ehrennadel. Der Vorsitzende Roland Lerch überreichte Gerhard Kübler, der seit 30 Jahren Fördermitglied ist, eine Ehrenurkunde, und wird Friedrich Vierkorn, der den Musikverein seit 40 Jahren fördert, aber verhindert war, die goldene Ehrennadel verleihen.

 
Die geehrten Mitglieder


Auszug aus der Murrhardter Zeitung vom 01.03.2011 (Bericht und Bilder: Elisabeth Klaper)


 
An dieser Stelle möchten wir uns noch bei Tanja Krawtschuk
für die wundervolle Dekoration der Schwalbenflughalle
und
bei Iris König für die Gestaltung der Flyer und Plakate 
recht herzlich bedanken.


01.03.2011 durch webmaster>
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